Wann lohnt sich eine API-Schnittstelle?
Daten zwischen Systemen abzutippen kostet Zeit und führt zu Fehlern. Lesen Sie, wann eine API-Schnittstelle die richtige Lösung ist und worauf Sie achten sollten.

Die meisten Unternehmen arbeiten mit mehreren Systemen: einem Onlineshop, einem ERP, einem CRM, einer Buchhaltungssoftware, vielleicht einem Planungstool. Jedes System erledigt seine Aufgabe gut, aber die Daten müssen auch von einem ins andere. Manchmal geschieht das per Export und Import, manchmal tippt jemand die Daten ab. Eine API-Schnittstelle ist ein anderer Weg. Aber wann lohnt sie sich?
Was genau ist eine API-Schnittstelle?
Eine API-Schnittstelle ist eine Verbindung zwischen zwei Systemen, die automatisch Daten über ihre Programmierschnittstelle, die API, austauschen. Statt dass Mitarbeitende eine Datei herunterladen und anderswo hochladen, fragt das eine System Daten beim anderen ab oder gibt eine Änderung weiter. Denken Sie an einen Auftrag, der im Onlineshop eingeht und sofort im ERP erscheint, oder an eine Bestandsänderung im Lager, die direkt in allen Verkaufskanälen sichtbar ist. Eine gute Schnittstelle tut mehr, als Daten zu verschieben. Sie prüft, ob die Daten stimmen, übersetzt Felder von einem System ins andere, hält fest, was ausgetauscht wurde, und meldet, wenn etwas schiefgeht. Dadurch wissen Sie nicht nur, dass Daten übertragen werden, sondern auch wann, über welche Schnittstelle und mit welchem Ergebnis. Das macht eine Schnittstelle beherrschbar, auch wenn sich später etwas ändert.
Wann ist eine API-Schnittstelle die richtige Wahl?
Eine API-Schnittstelle ist sinnvoll, wenn dieselben Daten regelmäßig zwischen Systemen ausgetauscht werden müssen, wenn Geschwindigkeit zählt oder wenn Fehler bei der Übernahme spürbare Folgen haben. Findet ein Austausch einmal pro Quartal statt, reicht ein manueller Export oft völlig. Müssen Aufträge, Bestände oder Kundendaten mehrmals täglich in verschiedenen Systemen stimmen, wird Handarbeit zum Risiko. Auch Wachstum spielt eine Rolle: Was bei zehn Aufträgen pro Tag noch machbar ist, wird bei hundert zur Tagesaufgabe. Achten Sie zudem darauf, wer die Arbeit heute erledigt. Wenn erfahrene Mitarbeitende ihre Zeit mit Kopieren und Kontrollieren verbringen, geht das zulasten von Arbeit, für die ihr Wissen wirklich gebraucht wird. Eine Schnittstelle ist nicht immer die einzige Lösung. Manchmal ist es klüger, einen Prozess zu vereinfachen oder ein System abzuschaffen. Bleiben aber beide Systeme bestehen und ist der Austausch dauerhaft, ist eine Schnittstelle meist der zuverlässigste Weg. Anzeichen, dass es Zeit ist:
- Mitarbeitende tippen täglich Daten von einem System ins andere ab
- Bestände, Preise oder Kundendaten unterscheiden sich je nach System
- Fehler in Aufträgen oder Rechnungen gehen auf manuelles Übertragen zurück
- Sie möchten einen neuen Verkaufskanal oder ein neues System ohne zusätzliche Handarbeit anbinden
- Informationen sind erst Stunden oder Tage später dort verfügbar, wo sie gebraucht werden
Sofort, periodisch oder auf Abruf: Welcher Austausch passt?
Nicht jede Schnittstelle muss in Echtzeit arbeiten. Es gibt grob drei Arten, Daten auszutauschen, und die Wahl hängt davon ab, wie schnell die Information anderswo gebraucht wird. Beim sofortigen Austausch sendet ein System eine Nachricht, sobald sich etwas ändert, zum Beispiel per Webhook. Das eignet sich für Aufträge und Bestände von Schnelldrehern. Beim periodischen Austausch holt eine Schnittstelle zu festen Zeitpunkten Änderungen ab, etwa alle zehn Minuten oder jede Nacht. Das ist einfacher zu verwalten und passt zu Daten, die sich seltener ändern, wie Produktinformationen oder Preislisten. Beim Austausch auf Abruf werden Daten erst in dem Moment geholt, in dem jemand sie braucht, etwa der aktuelle Status einer Sendung, den ein Kunde abfragt. Oft kombiniert eine Schnittstelle mehrere Formen. Wichtig ist, dass Sie pro Datenstrom festlegen, welches System führend ist, damit klar ist, welcher Wert gilt, wenn zwei Systeme voneinander abweichen.
Worauf achten Sie, wenn Sie eine Schnittstelle entwickeln lassen?
Achten Sie vor allem darauf, was passiert, wenn etwas schiefgeht, denn das geschieht früher oder später. Ein System ist kurz nicht erreichbar, ein Feld ist leer oder ein Anbieter ändert seine API. Eine gute Schnittstelle validiert Daten, bevor sie weitergegeben werden, versucht es bei einer vorübergehenden Störung erneut und benachrichtigt eine verantwortliche Person, wenn eine Nachricht nicht verarbeitet werden kann. Fragen Sie auch nach der Protokollierung: Können Sie nachvollziehen, welcher Auftrag wann und mit welchem Inhalt übertragen wurde? Das erspart viel Suchen bei Fragen von Kunden oder Kollegen. Denken Sie außerdem an den Betrieb. Wer überwacht die Schnittstelle, wer passt sie an, wenn ein System aktualisiert wird, und wo liegt die Dokumentation? Schließlich ist es ratsam, mit einem Datenstrom zu beginnen, etwa den Aufträgen, und diesen zum Laufen zu bringen, bevor Sie auf Bestände, Preise oder Kundendaten erweitern.
Möchten Sie wissen, ob eine Schnittstelle zwischen Ihren Systemen machbar ist? Vereinbaren Sie ein kostenloses Kennenlerngespräch. Wir sehen uns gemeinsam an, welche Daten wohin müssen und was dafür nötig ist.
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